Von Thorsten Stötzer
AKTION DFB-Mobil zu Gast beim 1. FC Hettenhain/Training für Talente und Tipps für Trainer
Vom Spiel ohne Ball ist beim Fußball manchmal die Rede. Beim 1. FC Hettenhain steht es an diesem Spätnachmittag aber nicht im Blickpunkt.
Ganz im Gegenteil: Auf einem Rasengeviert mit 30 Metern Seitenlänge, unterteilt in neun Planquadrate, üben sich die Jungs aus der F- und der E-Jugend im dribbeln. Das DFB-Mobil ist am Rabenkopf zu Gast und garantiert ein buntes Training.
Plastikdeckel, Stangen und Pylonen wie von der Baustelle haben die vom großen Verband entsandten Übungsleiter Gerd Müller (Neu-Anspach) und Mario Lamprecht (Frankfurt) auf dem Rasen verteilt. 21 Kinder üben, wie sie den Ball beherrschen müssen und wer dabei den Kopf nicht hebt, kommt leicht einem anderen kleinen Kicker in die Quere und verliert die Kugel.
Der Nachwuchs selbst ist aber nicht die einzige Zielgruppe der Aktion. Genauso sollen die Jugendtrainer profitieren - vor allem in den kleinen Vereinen. 30 DFB-Mobile sind deshalb in Deutschland unterwegs. Innerhalb Hessens sind zwei im Einsatz, abwechselnd besetzt mit insgesamt 20 "Teamern", zu denen eben auch Lamprecht und Müller gehören, der einst zwei Bundesliga-Spiele absolviert hat, ehe eine Knie-Verletzung die Profi-Karriere des heute 59-Jährigen stoppte.
Beim DFB-Mobil handelt es sich um einen silbrigen Mercedes-Kleinbus mit aufgeklebter Werbung für die Frauen-WM 2011.
Auch blaue, hellrote und neongelbe Leibchen für die Kinder stecken hinter der Heckklappe. Die Ausrüstung ist wichtig für das Training in kleinen Gruppen. Nicht alle müssen immer gleichzeitig dasselbe machen und organisierte Trinkpausen sind erlaubt. Etliche Eltern sind gekommen, um das Mustertraining zu beobachten.
Für Trainer und Betreuer des 1. FC gibt es anschließend noch einen Vortrag, der vom Erwerb von Lizenzen bis zur Integration viele Aspekte abdeckt. Insgesamt zwölf Jugendtrainer sind in Hettenhain tätig. Sie kümmern sich um sieben Teams, beginnend bei vierjährigen Bambini bis zur weiblichen B-Jugend (bis 16 Jahre). 140 kickende Kinder kommen so zusammen, berichtet Jugendleiter Stefan Diefenbach und dies, obwohl keine Spielgemeinschaft mehr besteht, wie zuletzt mit dem GSV Born.
Bei rund 220 Mitgliedern insgesamt ist der Anteil der Junioren zudem immens hoch. Große Stücke hält Diefenbach auf die unentgeltlich tätigen Trainer: "Die machen das komplett ehrenamtlich und bezahlen sogar ihre Trainingsanzüge selbst." Beim 1. FC Hettenhain sind gute Grundlagen gelegt, davon ist auch Gerd Müller überzeugt.
Die aktuelle Fortbildung mit dem DFB-Mobil dient dazu, Hinweise für eine "entwicklungsgerechte" Aufbauarbeit zu geben. Auf einem Plakat rangiert der Satz "Spaß am Fußball vermitteln" ganz oben. Einfache Ansagen zu machen, Motorik zu schulen und Wartezeiten zu vermeiden sind weitere Maxime. "Viele Ballkontakte" gehören ebenfalls zum Konzept. In diesem Sinne geht es weiter auf dem 30 mal 30 Meter großen Rasenquadrat.
Zur Feier des Tages tragen die F-Jugendlichen ihre weißen Trikots und die etwas älteren E-Jugendlichen ihre himmelblauen, mit denen sie sonst nur zu Spielen auflaufen. Schienbeinschützer fehlen ebenso nicht, ganz vorbildlich präsentiert sich der engagierte Nachwuchs.















